Gedichte


Beinahe

Ich hätte beinah’ die Sterne vergessen,
die Weite, den Frieden, das schimmernde Licht;
ich hätte beinahe ihre Botschaft vergessen,
daß das, was ich sehe, längst noch nicht alles ist.

Ein Blick zu den Sternen und der Himmel wird Raum,
Du ahnst, was noch alles verborgen liegt.
Ein Blick zu den Sternen und Du erinnerst den Traum,
der die Nacht überdauert und Dir Lebenskraft gibt.

Zwischen Himmel und Erde beweg ich mich fort,

ich suche zu wirken an jenem Ort,
wo in Freude zu nehmen, in Freude zu geben
die Grundlage bildet für gemeinsames Leben.

Meine eigenen Kinder, die trag ich in mir,
manchmal mal’ ich, manchmal spiel ich Klavier,
manchmal häng ich nur rum und weiß gar nichts zu tun
und manchmal lass ich mich tragen, um in mir zu ruhn.

Es gibt Zeiten und Plätze in meinem Leben,
oh Schromp – hätt’ ich mich niemals dort hinbegeben!
Meine Seele kehrt manchmal zu ihnen zurück,
um wiederzufinden das verlorene Glück.

Es gibt Zeiten und Plätze in meinem Leben,
oh Schrump – hätt’ ich mich niemals von dort begeben!
Meine Seele kehrt manchmal zu ihnen zurück,
um neu zu knüpfen an das gefundene Glück.

Mein innigster Wunsch: zu lernen daraus,
und im Hier und Jetzt zu bauen ein Haus,
das Licht und Schatten in sich vereint,

das Platz hat für alle, die berühren die Tür,
in dem ich dir gebe und darin auch mir,
das jeden hinauslässt, dem sich öffnet ein Pfad
und auch wieder aufnimmt – sei’s nur für ein Bad…

Hast du jemals auf dem Land gelebt?

dort, wo das Licht der Sonne die Wolken über’s Grün bewegt.
so daß ihr Schatten über Wiesen, Feld und Wälder fließt
und dein Blick, wo er auch weilt, wie aus einem Buch versunken liest.

Hast du jemals auf dem Land gelebt?
wo alles, was du hörst, die Luft ist, die sich sanft bewegt.
so daß du, gleich der Schnecke, die ihre Fühler tastend um sich hält,
mit deinen Ohren siehst, was dich umgibt hier von der Welt.

Hast du jemals auf dem Land gelebt?
wo der Klang der Grillen die Sommernächte warm durchwebt
und grünes Lichterglüh’n die Liebe ist, mit der ein Würmchen wirbt.
Wo alles, was Du je erblickst, verbunden und in Freiheit stirbt.


Manchmal

Manchmal halt ich mich für den schönsten Mann,
manchmal für ‘nen ziemlichen Schreck.
Manchmal geh ich auf alle Menschen zu
und manchmal laufen sie weg.

Manchmal sagt jemand “Idiot!” zu mir,
und manchmal: “Du bist ‘ne Wucht!”.
Und tatsächlich schlägt mich doch hin und wieder
ein solcher Satz in die Flucht!

Manchmal, da weiß ich, ich bin ein Mensch,
und genauso ist es mit dir.
Und aus diesem Bewußtsein erwächst Interesse,
denn manchmal brauch’ ich ein Wir.



Geborgenheit,


ich vermisse dich wie einen Freund,
mit dem ich einst am Kaminfeuer saß.

Deine Wärme,
Deine Zuversicht,
Dein schützender Mantel –

Wann legst du dich wieder um meine Schultern?
Wann wieder sagst du zu mir: “Ich bleibe.”?

Manchmal II

Manchmal bin ich so voll Schmerz,
dass ich schreien müsste, um von mir zu sprechen.
Und dann tut so weh mein Herz,
dass ich fürcht, es müßt zerbrechen.

Manchmal hab ich soviel Angst,
dass ich schweige, mich zu schützen.
Und manchmal grüble ich so lang, dass –
gleich, was ich sag, es wird nichts nützen.

Manchmal lausche ich so lang,
bis meine Worte klingen wie Musik in allen Ohren,
und mir ist’s, als ob ich dann
in eine neue Welt würd ganz hineingeboren.

In eine Welt, wo du und ich zusammen sind ein Wir
mit klaren Grenzen, Innigkeit, ich wünscht, ich bliebe hier
in dieser Welt, die mich beseelt mit Leben,
wo Verbundenheit bewirkt, dass Nehmen ist gleich Geben.

Meinem Vater

Gesegnet sei dein Weg auf Erden,
gesegnet sei das, was du tust.
Gesegnet auch dein älter Werden,
gesegnet seist du, bis du ruhst.

Gesegnet seien deine Kinder,
gesegnet alles, was sie tun.
Gesegnet sei die Welt nicht minder,
bis daß mit ihr vereint wir ruhn.